30.09.2003 von |
Presse:
Presse zum Festival 2002
Nürnberger Nachrichten: Seite 15/Dienstag, 29.10.2002
4. Geraldino-Kindermusikfestival war wieder ein großer Erfolg
von Jo Seuss
Am Ende gab es nur strahlende Gesichter. Das 4. Geraldino-Kindermusikfestival war nach zweieinhalb kurzweiligen Stunden vorbei und die witzig-agile Combo "Donikkl & die Weißwürschtl" zum Sieger des mit 1500 Euro dotierten, zum zweiten Mal vergebenen "Kinderliedpreis der Nürnberger Nachrichten" gekürt worden. Zum Finale winkten sich die Musiker auf der Bühne und die über 400 Besucher in der vollen Tafelhalle grinsend zu. Ein schönes Bild.
Sportlich fair und auf hohem Niveau verlief der musikalische Wettstreit bei der deutschlandweit einmaligen Konkurrenz. Der Nürnberger Kinderliedermacher Geraldino eröffnete mit frisch blau gefärbtem Haarschopf und seiner "Plomster"-Band wie die Feuerwehr den Song-Reigen. Doch der Initiator des Festivals, der auch als Moderator fungierte, spielte natürlich außer Konkurrenz, obwohl trotzdem später einer im Publikum für ihn stimmte.
Als erster schnallte sich Matthias Meyer-Göllner aus Kiel die Gitarre um und animierte die Kleinen wie Großen heftig zum Mitmachen. Sein bluesiger 15-Minuten-Block handelte vom Spiegel und vom Versuch, ein Riesendrachenei zu öffnen. Sein Beitrag zum diesjährigen Festivalmotto "Monsterangst und Gruselspaß" klang sehr poetisch und handelte von einem "Klavier-Vampir", der für die bezaubernden Tastentöne sorgt. Dass Meyer-Göllner sich knapp mit dem dritten Platz begnügen musste, nahm die feste Größe im Kindermusikzirkus nicht tragisch. In Nürnberg hat er mit seinem sympathischen Auftritt viele neue Freunde gewonnen.
Burghardt Wegner (alias "Grünschnabel"), der ebenfalls hoch im Norden nahe der dänischen Grenze in Satrup wohnt, kam vor allem bei den kleineren Zuhörern gut an. Inspiriert von seinen drei Töchtern singt der Musikpädagoge von Sterngucker-Kindern, Afrika-Reisen und von der kleinen Hexe, die sich eine Katze zaubern wollte. Mit einem Besen als Bass-Ersatz in der Hand stand Wegner auf der Bühne, mangels Begleiter musste der Solist auf Musik aus der Konserve zurückgreifen, was für den späteren Zweiten vielleicht ein entscheidender kleiner Nachteil war.
Zündende Partystimmung
Denn obwohl sie mit ein paar technischen Problemen zu kämpfen hatten, begeisterten "Donikkl & die Weißwürschtl" aus Kelheim schon allein durch ihre Präsenz. Die siebenköpfige Newcomer-Gruppe entfachte zündende Partystimmung, hatte originelle Kostüme (inklusive Koch am Küchenherd-Topf-Schlagzeug) und mit Andreas Donauer einen launigen, drahtigen Sänger zu bieten. Und nicht zuletzt war das Staubsaugermonster dabei, um das sich das karibisch gefärbte Musikstück dreht, das mit über 50 Prozent der Stimmen unangefochten zum Kinderlied 2002 gekürt wurde.
Mit diesem Votum bestätigte das Publikum die Fach-Jury aus Kindern und Erwachsenen, die zuvor aus 35 Bewerbern die drei Besten für das Finale und zwölf Songs für die Festival-CD ausgesucht hatte. Mit der CD die 9,99 Euro kostet und deren Erlös auf das Konto der Hubert-Schwarz-Stiftung zur Unterstützung von Kinderhilfsprojekten fließt, können sich alle trösten, die Geraldinos Festival, das im hiesigen Großraum mehrfach gastierte, nicht live erleben konnten. Und: kurz vor Halloween liefert die Song-Sammlung viel Musikstoff für nette Gruselabende.







